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Home FP vom 09.02.2017

Freie Presse vom 09.02.2014

 

Hotel Meerane wird für einen Abend zum Mitropa-Restaurant
Eine Speisekarte mit ukrainischer Soljanka, Schweineschnitzel mit Setzei und Griesgrütze ist ungewöhnlich für das Haus. Bei den Gästen weckten die Gerichte alte Erinnerungen.
Von Viola Martin


Meerane - Nur mit gültiger Fahrkarte durften die Gäste vorgestern Abend in einen Raum des Restaurants vom Hotel Meerane. Diese wurde von Rainer Wingart entwertet, der früher im Schlafwagenbetrieb als Zugbegleiter für die Mitropa unterwegs war. Die Tische waren mit originalem Mitropa-Geschirr eingedeckt. Und auf der Speise- karte wurden unter anderem ukrainische Soljanka, Mitropa-Schnitzel (Schweineschnitzel mit Setzei). Schweinesteak mit Letscho und Salamireiter, Röstkartoffeln sowie Griesgrütze als Dessert angeboten.
Den ganzen Aufwand hatten mit Werner Hergert und Uwe Wirkner zwei Mitropa-Urgesteine betrieben, die unter dem Motto „So wie es früher war“ mit Mitgliedern des Zwickauer Köchevereins und weiteren Gästen gemeinsam ihren 65. Geburtstag feierten. Die beiden haben in den 1970er-Jahren bei der Zwickauer Mitropa gemeinsam ihre Meisterausbildung absolviert und in Chemnitz sowie Zwickau Hunderte Köche und Küchenmeister mit ausgebildet. 1990 gehörten sie zu jenen, die in der Zwickauer Mitropa-Gaststätte den 1920 gegründeten Köcheverein neu gründeten. In diesem gibt es viele ihrer früheren Lehrlinge, unter anderem den heutigen 1. Vorsitzenden Maik Arnold und den 2. Vorsitzenden Jörg Friedrich, Küchen-Chef im Hotel Meerane.
„Die Rezepte für die Gerichte, die heute auf den Tisch kamen, habe ich alle noch im Kopf. So etwas vergisst man nicht. Ich habe, genau wie Maik, bei Werner Hergert gelernt“, sagte Friedrich. „Er hat mich unter seine Fittiche genommen, obwohl auf meinem Bewerbungszeugnis eine Vier in Betragen stand.“
Viele alte Mitropa-Fotos, die Hergert in einer Schau präsentierte, sorgten bei den gut 50 Geburtstagsgästen für reichlich Gesprächsstoff. Wirkner, der 1968 bei der Mitropa Karl-Marx-Stadt begann und bis Ende vergangenen Jahres, also 48 Jahre lang, dem Unternehmen und den Nachfolgebetrieben die Treue hielt, steuerte eine beeindruckende Sammlung zur Schau bei. Die Palette reichte von einem silbernen Mitropa-Kaffeefilter von 1927 über Service aus den 1960er-Jahren bis hin zu Plastik-Geschirr aus der Selbst- bedienung und Kassenblöcken. Auch die Beilage „Das Tablett“ der Betriebszeitung der Deutschen Reichsbahn „Freie Fahrt“ fehlte nicht. In einer Ausgabe von 1987 wird unter anderem über 35 Jahre Mitropa in Glauchau berichtet. Sogar Porzellan, das die Mitropa auf Eisenbahnfähren auf der Ostsee verwendet hatte, war zu bewundern.

Aktualisiert ( Donnerstag, den 16. Februar 2017 um 21:38 Uhr )  

 

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Verein Zwickauer Köche e.V.